Wort des Berlinerisch: Trottoir

Trottoir, die wohlklingende Variante zum Bürjersteig oder Jehweg. Wie so ville Worte des Berlinerisch entstammt ooch dit Wort dem französischen. Einjewandert mit den Hujenotten und den Truppen Napoleons beherrschte et Jahrzehntelang die Straßen Berlins. Man flanierte sozusajen uff dem Trottoir statt üba Bürgersteige zu loofen.

TrottoirInzwischen iss dit schöne Wort nen bissken aus der Mode gekommen und findet nur noch selten Vawendung und iss in ersta Linie einjefleischten Berlinern bekannt. Aba villeicht jefällt dit Wort dem een oda anderen und et wird aus dem Dornröschenschlaf wachjeküsst!

Zu finden iss dit Wort ooch im Lexikon von:

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3 Kommentare

  1. Trottoir: häufig in Romanen bzw. Geschichten oder umgangssprachlich zu finden. Die Protagonistin in „Vernarrt in eine Diebin“ spaziert über den Trottoir. Trottoir ist tatsächlich ein vornehmes Wort, das auch so klingt (eigentlich aus dem Französischen des 18. Jh. Eingebürgerter Klang: Trittuar. Manche sagen auch Trittua. Kommt aber kaum in salopper Sprache vor. Beispiel: „In Rummelsburg is nüscht los, da kann man den Gehweg hochklappen“. Aber: „Fritzeken, imma schön offm Trittuar bleibe!“
    Es wird behauptet, das Wort sei veraltet. Eher bei Zweiklässlern.

  2. Noch mal zum Trottoir: Det Französische Is nu ma ´ne elejante Sprache. Ick finde et jut, det es zu unserem Sprachjebrauch jehört. „Das Bildnis des Todes“, Kriminalroman, nexx-Verlag: Lauter elejant klingende Namen wie Dupont, Perrin, Morin oder Degas. Namen bitte nicht so vastehn wie se jeschrieben sind! Im Französischen wird viel mit dem Gaumen jesprochen. Nüschtdestotrotz: Berlinerisch kommt ooch ausm Herzen. Janz nebenbei: Wenn man „nichtsdetotrotz“ ins Frazösische übersetzt kommt raus: „Cependant“. Ins Deutsch übersetzt: „jedoch“. Nich jerade sportlich, det sich die Deutschen so vabiejen! Awa de Franzosen sind jerne in Berlin. Ick würde det nich saren, wenn ick det nich wüsste!
    Det is ´n Scherz: Trottoir im Russischen: Tротуар. Dit is unjewohnt fürt Ore – Kyrillisch is nich jedamanns Sache. Ossis kenn´ det – ick bin eena – Russisch ab 5. Klasse. Tротуар üwasetzt ins Deutsche: Pflaster, wat nich so janz richtich is. Wennet Fraren jibt?

  3. Hilbrecht · · Antwort

    Es ist schön, daß das Berlinische gepflegt wird. Es war immer sprachlichen Einflüssen erlegen, das zeigt auch Offenheit und verschließt sich dem Starren.
    Ich kenne einen Darsteller, Entertainer, Schauspieler, der sich in seinen Programmen auch über das Berlinische ausdrückt; sagt man dazu vielleicht autentisch ?
    Ja, meine ich, es muß aber auch Inhalt haben, und handwerklich gut rübergebacht werden.
    Sehr gern erinnere ich mich an Schruppke olle Baumann im Fernsehen.

    Tschüss Freunde

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