Berlinerisch: Café Achteck

Café Achteck iss die ironische Bezeichnung für öffentliche Bedürfnisanstalten in Berlin. Interessant des sich der Bejriff bis heute jehalten hat, denn eijentlich jibt et die jrün jestrichenen achteckijen stählernen Häuschen kaum noch. Von eenstmals rund 150 „Café’s“ haben jerade eenmal knapp 30 die Zeiten übadauert, die stehen natürlich unta Denkmalschutz.

Kieken wa ma kurz inne Jeschichte zurück:

Im 19. Jahrhundert wuchs die uffstrebende Stadt Berlin schnell, et war sojenannte Jründazeit. Mit dem Bevölkerungswachstum kam et natürlich zu diversen Problemen. Eens davon waren die hyjenischen Zustände. Wer sein Jeschäft zu varichten hatte, tat dit dort wo er eben jerade war. So kam et zur Diskussion, wie man dem Herr werden konnte und erste öffentliche WC’s wurden ab den 1860er Jahren im Stadtjebiet jebaut. Café Achteck wurde denn ab 1879 uffjestellt. Der Entwurf stammte vom damalijen Stadtbaurat Carl Theodor Rospatt (1831-1901). Offiziell bekam dit stählernde, achteckije Häuschen den Namen Modell „Waidmannslust“. Doch die Berliner Schnauze afand schnell den Namen „Café Achteck“. Üba 150 von ihnen prägten zu besten Zeiten dit Stadtbild Berlins mit und och in Nachbarstädten wurden die Anlajen arrichtet. Seither nagte nu der Zahn der Zeit an den stählernden Häuschen und se haben ne jroßen Nachteil: Se können nur im stehen und damit von Männern benutzt werden, behindertenjerecht sind se schon jar nich, na ja und der Jeruch iss eben ooch nich jerade vom feinsten.

Die moderne Ausführung det Café Achteck iss nen Viereck. Von beedalei Jeschlechta zu nutzen, behindertenjerecht, selbstreinijend und weitjehend jeruchsneutral. Die Popularität ihret Ahnen habn se alladings bis heute nich arreicht und ooch der Berliner Dialekt hat keenen Namen für se afunden. Außadem sind se kostenpflichtich, während de Achtecks imma umsonst waren und die noch in der ursprünglichen Form bestehenden bis heute sind.

Cafe_Achteck_City_WC_Berlin

In den 1990er Jahren wurden die Café Achtecks privatisiert (zuvor wurden se von den Stadtreinijungsbetrieben betreut). Einije konnten jerettet und restauriert werden. Teilweise wurden se mit moderna Innenausstattung vasehen.

Cafe_Achteck_WC_Schlesisches_TorIm Stil vom Café Achteck wurde übrijens nebenstehendet historischet WC arichtet. Et steht unta der Hochbahn am Schlesisches Tor im Ortsteil Kreuzberch und ist rechteckich. Außadem wurde et für Damen und Herren einjerichtet. Heute iss et alladings nich mehr in Betrieb und wird als Imbissbude jenutzt.
Nen weiteret WC ähnlicha Bauart befindet sich im Ortsteil Friedrichshain uffn
Boxhajener Platz.

Nu aba zurück zur Ausjangsform.

Acht mal Café Achteck: Kleene Auswahl von ca. 30 bestehenden:

  • Berliner Straße / Eck Schloßstraße in Tejel
  • Chamissoplatz in Kreuzberch
  • Gendarmenmarkt in Mitte
  • Karl-Marx-Straße (Ecke Kirchhofstraße) in Neukölln
  • Leuthener Platz in Schöneberch
  • Pekinger Platz in Wedding
  • Senefelder Platz in Prenzlauer Berch
  • Stephanplatz in Moabit

 Cafe_Achteck_City_Pissoir  Ne moderne Variante als reinet Männer Pissoir jibt et ooch. Wenn noch
  sehr selten, hab ick dieset uff dem Breitscheidplatz, hinta der Jedächtniskirche   
  entdeckt. Kleen, für höchstens zwee Männa (Café Achteck iss für sieben), iss
  es  aba anders als die City Toiletten umsonst.
Dit Café Achteck bleebt aba dit berlinerischte unta den WC-Anlajen. Die
markanten achteckijen Häuschen haben trotz moderna Technik und Design
keenen Nachfolja gefunden!

Cafe_Achteck_Berlin

Cafe_Achteck_Berlinerisch

Nen Artikel zum Thema jibt et ooch hier:

Männer unter sich: Café Achteck

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2 Kommentare

  1. […] Der Artikel erschien im Original auf Berlintypisch […]

  2. […] kann man se bewundert und benutzen. Wer sich jerne eens ankieken möchte, der kann hier mal KLICKEN und die Welt der “Café’s” öffnet […]

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