Zille lebt!

„Pinselheinrich“ Heinrich Zille (1858-1929) jehört zu den bekanntesten Berlinern der Stadtjeschichte. Der Maler, Jrafika und Fotojraf iss im Stadtleben bis heute fest vaankert. So jibt et nen Zille-Museum, Orte wie Schulen, Straßen, Parks etc. die nach „Vater“ Zille benannt sind, jede Menge Jedenktafeln und villet mehr. Seene Bilda, die villen sozialkritischen Texte und „Milljöh“-Beschreibungen sind aktuella denn je und werden jern jedruckt und jelesen. Untrennbar iss er ooch mit dem Berliner Dialekt vabunden, obwohl Zille wie soville andere berühmte Berliner een Zujereista iss und aus Radeburg bei Dresden stammt.
Zu meena jrößten Übaraschung stellte ick neulich fest, dess „ZILLE“ lebt. Jetroffen hab ick ihn in Cöpenick. Janich weit vom Rathaus, da wo eenst Wilhelm Voigt (1849-1922) als „Hauptmann von Cöpenick“ die Obrichkeit zum Narren hielt, saß er in nen kleenen Laden und winkte mir zu. Neujierich wie ick nu ma bin, bin ick ooch jleich zu ihm rin. „Juten Tach, Vadda Zille“, stotterte ick vadattat! Doch er lächelte milde und stellte sich mir vor:
Albrecht Hoffmann heeßt der Künstla. Jeboren wurde er 1960 in Naumburg (Saale), iss also wie Zille selbst een Zujereista. 1978 kam er der Liebe wejen nach Berlin. Er wurde Vadda von drei Jören und iss inzwischen stolza Jroßpapa von drei Enkeln.
Jearbeetet hat er u.a. als Anjestellta, war im Vatrieb tätich und führte nen kleenen Schreibwarenladen in der Cöpenicka Altstadt, jenau da, wo er heute seen Stubentheata als „Zille“ betreibt:

Zilles_Stubentheater

Seit 2006 tritt Albrecht Hoffmann, inspiriert durch Leben und Werk seenes berühmten Vorbildes als Zille uff. Er machte sich intensiv mit dessen Biojraphie vatraut und iss mit dem Urenkel Hein-Jörg Preetz-Zille persönlich bekannt. Neben dem Stubentheater führt er Besucha durch dit Zille-Museum im Nikolaiviertel und tritt mit eijenen Projramm u.a. in den Zille-Stuben, ebenfalls im Nikolaiviertel, uff.
In Cöpenick iss Albrecht Hoffmann een richtijet Orijinal und jeda bejrüßt ihn hier mit „HALLO ZILLE“! Aba wat schnatter ick hier soville.

Villeicht haben se ja Lust, bei ihm mal selba vorbei zu kieken. Klicken se doch eenfach mal uff seen Bild und schon öffnet sich die „Zille-Welt“:

Zille_Hoffmann_Berlinerisch

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One comment

  1. Daumen hoch für den Beitrag von Klaus Klattke „Zille Lebt“!
    Heinrich Zille lebt, und zwar in jenen, die die Berliner Mentalität mögen. Man erlebt sie am ehesten am Stammtisch, um den ich nie einen Bogen machte. Was mir persönlich gut gefällt ist der Jargon der Berliner. Aus eigenem Erleben:
    Geht ein Gast an die Theke und hält Maulaffen feil. Vermutlich will er nur Zigaretten kaufen. Der Wirt sagt: „Wat kiekst´n, koofst doch nischt!“ Gast: „Kann doch kieken, kost` doch nischt!“

    Ich habe mir schon vor Jahren neben anderen bekannten Werken „Das Zillebuch“ besorgt. Der Inhalt gibt Einblick in das Schaffen dieses bekannten volkstümlichen oder sozialkritischen Dichters, Malers und Fotografen. Es wurde vom Paul Franke-Verlag Berlin 1929 herausgegeben. Es enthält 223 Bilder mit mundartlichen Texten. Ich möchte hier das Gedicht auf Seite 51 im Original wiedergeben:

    „Zille Nacht, heitere Nacht,
    Die uns den Humor gebracht,
    Die uns lachend ertragen lässt
    Lachend das Elend am Weihnachtsfest.
    Lache, das bringt Ruh,
    Zille, ein Zaub´rer bist du!

    So, mein lieber Onkel Zille,
    Klingt der Gruß aus uns´rer Stille,
    Nimm ihn frohen Herzens an,
    Denke uns´rer dann und wann!“

    Auch ich werde wieder ein neues Berlin-Buch schreiben. Allerdings wird es dem Genre Liebe und Romantik zugeordnet und mit Humor gespickt. Und ab Juli finden wieder Lesungen statt, und zwar aus meinem Berlin-Roman „Vernarrt in eine Diebin.“

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