Vasunkene Welten: Kintoppe am Kudamm

Lichtspielhäusa, uff Berlinerisch kurz Kintopp jenannt, jehörten früha zum Kurfürstendamm wie die Currywurscht zu Berlin. Unzählije Kinos säumten im loofe der Jeschichte die Flaniermeile und luden Jäste zum rinkommen und kieken ein. Nich wenije Filme alebten hier ihre Premiere und ville Berliner älteren Jahrjangs betraten am Kudamm zum ersten Mal in ihrem Leben dit Kintopp. So hatte dit Prachtboulevard eenstmals die höchste Kinodichte in janz Deutschland und konnte hier intanational mit anderen Weltmetropolen mithalten.

Doch in den 1990er Jahren jing et denn steil bergab. Jroße Multiplexkinos entstanden, Videotheken und dit uffkommenden Intanet und nich zuletzt explodierende Mieten trieben die juten alten Kinos in die Pleite. So blieben jerade mal zwei Kinos übrich. Dit Astor am Kurfürstenndamm 225 und nen Stückchenweita dit Cinema Paris, Hausnumma 211 im Maison de France, welchet eenen hohen Anteil an Filmen in französischer Sprache zeicht. Awähnen sollte man ooch noch den Zoo Palast. Der befindet sich aba nich direkt am Kudamm, sondern 100m abseits, wie der Name schon sacht am Zoo.

Ja, für die villen anderen ehemalijen Kintoppe hab ick mir mal uff Spurensuche jemacht. Da et nen bisken ville sind, man könnte hier een janzet Buch drüba schreiben, hab ich mal vier der bekanntesten herausjesucht, die ick hier mal abklapper. Anfangen tue ick nich am Kudamm, sondern kurz davor, am Tauentzien 9. Hier stand, interjriert ins Europacenta ab 1965 der ROYAL PALAST. Ursprünglich bestand dit Kino aus zwee Sälen. Der jroße Saal, der eijentliche Royal Palast wurde am 5. Aujust 1965 aöffnet. 1983 kamen denn nochmal drei weitere Kinosäle dazu. Für den Royal Palst war am 28. April 2004 schluss. Heute steht hier een Elektromarkt.

Weita jehts zum MARMORHAUS am Kudamm 236. Dit iss viel älta wie der Royal Palast und wurde am 9. Mai 1913 aöffnet. Premiere hatte hier u.a. der Film „DAS KABINETT DES DR. CALIGARI“. Hier wurden in den 1970er Jahren mehrere zusätzliche Säle einjebaut. Kurz nachdem dit Jebäude 1997 jründlich renoviert worden war, schloss dit Marmorhaus am 24. Januar 2001 für imma. Bis heute prangt der Schriftzug am Haus, ansonsten werden hier nu Klamotten vakooft.

Wir wechseln die Straßenseite. Hier, am Kurfürstendamm 12-13 stehen (noch) die Reste vom villeicht berühmtesten Kintopp Berlin, dem GLORIA-PALAST. Der wurde am 26. Januar 1926 aöffnet und sah seither wichtije Premieren u.a. 1930 DER BLAUE ENGEL mit Marlene Dietrich und Emil Jannings. Ursprünglich stand dit Filmtheater uff Hausnummer 10/10a, wurde im Krieg 1943 jedoch zastört und 1953 unta der heutijen Hausnumma wieda uffjebaut und alebte nochmals jroße Zeiten, u.a. als een Spielort der Berlinale. In den 1970er Jahren kam noch der kleenere Saal die GLORIETTE hinzu. Für den Kintopp war denn am 15. Aujust 1998 schluss. Ooch hier wurden anschließend Klamotten vakooft. Zur Zeit wird die eijentlich denkmaljeschützte Jebäude abjerissen. Der derzeitije Eijentüma hatte een Jutachten vorjelecht, nachdem die Fassade baufällich iss. Somit wird jerade een Stück Jeschichte am Kudamm jetilgt.

Letzte Station meena kleenen Spurensuche befindet sich Hausnummer 26. Hier war die FILMBÜHNE WIEN. Die wurde 2. Oktoba 1913 als UNION THEATER KURFÜRSTENDAMM aöffnet. Im Haus jab et noch eenen jroßen Saal. Hier zog dit neue „CAFÉ DES WESTENS“ ein. Ab 1924 hieß dit Lichtspielhaus denn UFA-THEATER KURFÜRSTENDAMM und hier fanden zahlreiche Filmpremieren statt. 1945 aöffnete dit Filmtheater als Filmbühne Wien neu. Weitahin fanden premieren statt und teilweise jehörte dit Kino ooch zu den Austragungsorten der Berlinale. 1979-1983 wurde der Bau uffjeteilt und et wurden sieben kleenere Kinosäle einjebaut. Für die Filmbühne Wien war am 26. April 2000 wejen Besuchamangels Schluss. Danach wurde ooch hier einije Jahre Bekleidung vakooft. Momentan betreibt hier nen jroßa Computaherstella eenen sojenannten Flagship-Store.

Wie oben schon jeschrieben könnte ick hier noch der Menge weitere Kinos vorstellen. Doch ick belasse et heute ma bei den vier bekanntesten!

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