Ville Dörfa sind Berlin: Lübars – Märkische Idylle

Janz im Norden vom Bezirk Berlin-Reinickendorf liecht dit älteste und eenzije komplett in der ursprünglichen Form ahaltene Dorf von Berlin. Umjeben von Feldern und Wiesen liecht et an der Jrenze zu Brandenburch. Nebenan plätschert dit Tejela Fließ und et jibt noch richtije Landwirtschaft und jede Menge Tiere wie z.B. Hühna und Pferde. Ick rede vom Nachbardorf von Hermsdorf und Wittenau, die ick beim letzten Mal besuchte. LÜBARS iss eene vabliebene ländliche, märkische Idylle uff Berliner Stadtjebiet.

Jejründet wurde Lübars während der deutschen Ostsiedlung um 1230 als rechteckijet Angerdorf. Die erste urkundliche Awähnung stammt aus dem Jahre 1247 (als Lubars), späta kommen ooch schreibweisen wie Lubasz, Lubas und Lubaz vor. Et jehörte damals zum Benediktinaklosta Spandau. Jahrhundertelang passierte hier außa Landwirtschaft nich viel, Lübars lag sehr weit vor den Stadttoren von Berlin oda wie et so scheene im Berliner Dialekt heeßt „JWD„. Ooch die Industrialisierung jing fast vollständich an dem Dorf vorbei. Lediglich zwee Ziejeleien bestanden hier ab 1840 uffjrund von Tonvorkommen, die Berlin mit Baustoffen belieferten. Die letzte Ziejelei stellte hier 1924 den Betrieb ein. 1920 wurde Lübars den nach „Groß-Berlin“ eenjemeindet und kam zu neujebildeten Bezirk Reinickendorf.
Aba hier blieb der dörfliche Charakta mit bäualichen Betrieben, die teilweise bis heute üba Jenerationen im Familienbesitz sind, ahalten. Im ehemalije Westberlin war Lübars deshalb een beliebtet Ausflugsziel. Schulklassen kamen jerne hierher und der Lehra aklärte den Jören des Lebensmittel eben nich aus dem Supamarkt kommen.
Südlich von Lübars bestand bis 1975 eene Mülldeponie. Die wurde zwischen 1975-1993 in eenen Freizeitpark umjewandelt. Unta Anwohna wird der Park bis heute umjangssprachlich als „Müllberg“ bezeichnet. 1984 wurde am Rand vom Park die „Jugendfarm Lübars“ aöffnet. Een Mustabauernhof uff dem der landwirtschaftliche Alltag alebt wrden kann. Bekannt iss die Farm ooch unta dem Namen „Alte Fasanerie“.

Der ahaltene Dorfkern, er steht unta Denkmalschutz, befindet sich an der Straße Alt-Lübars. Im Mittelpunkt steht die Dorfkirche aus dem Jahre 1791-94. Die evanjelische Kirche iss uff den Jrundmauern vom Vorjängabau arrichtet, der 1790 abbrannte. Umjeben iss die Kirche von Bauten, die zumeest aus dem 19. Jahrhundert bzw. Anfang 20. Jahrhundert stammen, so die Dorfschule von 1906. Ville sind mit Stuck vaziert, wie der Alte Dorfkrug mit Tanzsaal von 1899 und jede Menge Wohnbauten und Bauernhöfe. Interessant iss die uff dem Dorfanga stehende Telefonzelle der Reichspost aus dem Jahre 1934-1935 die momentan als Büchakiste dient. Daneben jibt et hier noch ne alte Wassapumpe und eenen Findling.

Der Straßenbelag besteht hier weitjehend noch aus Koppsteinpflasta, die Beleuchtung aus alte Laternen.

Advertisements

ein Kommentar

  1. […] besuche ick nach Reinickendorf, Wittenau, Hermsdorf und Lübars wieda een Dorf, welchet bei der Jründung von „Groß-Berlin“ den Bezirch Berliner […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: