Münchnerisch statt Berlinerisch

München, uff orijinal Bairisch heeßt et MINGA, liecht von Berlin aus jesehen nich jerade um die Ecke. Rund 600 Straßenkilometa und mehrere Bundeslandjrenzen trennen Berlin von der bayerischen Landeshauptstadt. Da iss et nich vawundlich, dess sich die in den beeden Städten beheimateten Stadtdialekte ordentlich untascheiden. Eens haben Berlinerisch und Münchenrisch alladings jemeensam. Sie haben sich in ihren Städten ziemlich dünne jemacht und sind durch Hochdeutsch und ooch Fremdsprachen zurückjedrängt worden. So machte ick mir diese Woche in München uff die Suche nach dem echten Münchnerisch.
Im Stadtjebiet hört man dit zur Barischen Sprache (Hinweis: die Sprache schreibt man mit ai, während man dit Land mit ay schreibt) jehörene Münchnerisch nur sehr vaeenzelt. Die meeßten Leute sprechen een höchstens mit Münchnerakzent jemischtet Hochdeutsch. Denn sind da noch die „Wortfetzen“, die der Bairischen Sprache entstammen. So iss z.B. dit „GRÜß GOTT“ nach wie vor üblich. Die Boulette wird zur FLEISCHPFLANZERL (Anmerkung: „Pflanzerl“ leitet sich nicht von der „Pflanze“, sondern von der „Pfanne“ ab) oda der Pfannkuchen zum KRAPFEN. So zog ick den janzen Tach durch die Sadt an der Isar und wollte schon enttäuscht die Heimreise antreten. Doch da meldete sich meen Majen, ick bekam Kohldampf. So betrat ick fernab der touristischen Innenstadt eene Jaststätte und traf uff een seltenet Jrüppchen Menschen. Waschechte Münchner trafen sich zum Stammtisch, mampften bayrische Schmankerln und redeten Münchnerisch wat dit Zeuch hält. Jastfreundlich wie die Bayern so sind, durfte ick mir dazusetzen und se azählten mir, wat et mit ihrer Runde so uff sich hat.
Ick war nämlich uff den Stammtisch vom FÖRDERVEREIN BAIRISCHE SPRACHE UND DIALEKTE E.V. (link jibt et: HIER) jestoßen. Der wurde 1989 jejründet und iss ooch in München sehr aktiv und hat hier rund 1.100 Mitjlieda. Insjesamt sind et rund 3.500 Frauen und Männa in 10 Landschaftsvabänden, die sich aktiv für dit Boarisch einsetzen. Jede Menge interessante Aktivitäten jehen vom kurz FBSD jenannten Verein aus. So hat er z.B. den „SPRACHFÜHRER FÜR WIRTSLEUT – BAIRSCH Á LA CARTE“ (link jibt et: HIER) herausjejeben oda man setzt sich für Bairischuntaricht an Kindajärten und Schulen ein. Mit Infoständen, wie z.B. beim Münchner Oktobafest, klärt der Verein üba die Bairische Sprache uff. Ähnlich wie der längst totjesachte Berliner Dialekt (link jibt et: HIER) lebt also ooch dit Münchnerisch länga als jedacht.

So fand ick also mitten in München doch den Münchner Dialekt. Mit Untastützung vom Vereinsvorsitzenden Horst Münzinger hab ick hier mal eene kleene Dialekt-Lektion zusammenjestellt:

 

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