Berlinerisch: Krähennest

Sieht schon komisch an, diese Jlaskasten uff eenen Betonpfeila der am Kudamm, jenau jesacht uff dem Joachimsthaler Platz steht und üba ihm thront. Nich selten recken Touristen ihre Köppe danach und frajen sich, wat dieset kleene Bauwerk wohl für eene Bewandtnis hat.

Heutzutage übahaupt keene mehr. Et iss een Relikt aus vajanjenen Zeiten. Offiziell heeßt dit jute Stück Vakehrskanzel und iss in Berlin die letzte ihra Art. Krähenest iss nur eene manchmal jebräuchliche Bezeichnung in Mundart.

Jebaut wurde die Vakehrskanzel 1955 nach den Plänen der Architekten Werner Klenke und Werner Düttmann und war bis Ende 1962 in Betrieb. Im Jlaskasten tat een Vakehrspolizist Dienst. Er kiekte von hier aus uff die jroße Kreuzung Kurfürstendamm / Joachimsthaler Straße und rejelte von hier aus per Handschaltung die Ampeln, je nach Vakehrsuffkommen.

Eene lange Dienstzeit war dem Krähennest nich bestimmt. Der Autovakehr wurde zu stark und so stellte man die Ampelanlaje uff automatischen Betrieb um. Ab 1962 jab et keene Vawendung mehr für dit Krähennest. Jlücklichaweise riss man dit Relikt der 1950er Jahr nich ab und stellte et 1989 sojar unta Denkmalschutz. So blieb die Vakehrskanzel ahalten und iss die eenzije, die et in Berlin noch jibt!

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