Vorjestellt: Der Autor Felix J. Mohr

Heute stelle ick hier uff berlintypisch den jungen Autoren Felix Johannes Mohr vor. Mit dem Theatastück „Zur dicken Wachtel (oder wie man Männer mordet)“ hat er een wundascheenet, amüsantet Stück in der Tradition des Altberliner Schmalzstullentheata vorjelegt.

Dabei iss Felix ja nich von hier. Er wurde 1996 im norddeutschen Buchholz in der Nordheide jeboren. Felix iss schon jede Menge in der Weltgeschichte rum jekommen, so studierte er Theatawissenschaften in Berlin, Hildesheim und dem spanischen Málaga.

Praktische Afahrungen konnte Felix ooch jede Menge sammeln, so z.B. als Rejiehospitant in der Musicalufführung „Im Weißen Rössl“ oda als Autor und Rejisseur vom studentischen Projekt „Wassermelonen für Napoleon“, jeweils in Hildesheim. In Berlin nahm er u.a. am Audiowalkprojekt „RECLAIM THE STREET“ teil. Zur Zeit iss Felix am Wolfgang Borchert Theater in Münster (link: www.wolfgang-borchert-theater.de) tätig.

Jede Menge weiteret könnte ick hier noch berichten, doch möchte ick nun uff den Punkt kommen, weshalb Felix uff meenen Blog gelandet iss. Wie anfangs ja schon berichtet befasste sich Felix mit dem Altberliner Schmalzstullentheata, welchet als online-Projekt im TIK – Theater im Kino (link: www.theater-im-kino.de) im Friedrichshain bejonnen hat und seither im Stubentheater in Köpenick vor Publikum uffjeführt wird. Dort wird dit Stück ooch in diesem Jahr an 5 Terminen im April und Mai gezeigt.
Für alle weiteren Details eenfach den foljenden Button anklicken:

Zu den Hinta- und Bewegjründen seena Arbeet war Felix so nett,
und hat mir eenije Frajen beantwortet:

Dit Altberliner Schmalzstullentheata hat seena jroße Zeit ja schon hinta sich. Wie kamste denn uff die Idee et ausjerechnet hierzu een aktuellet Stück zu vafassen?

Tatsächlich war mir der Begriff des “Schmalzstullentheaters” vor der Produktion der “Wachtel” noch gar nicht bekannt. Im Sommer 2020 hatte ich die Idee zu einer Verwechslungskomödie, die in einem urigen Restaurant spielen und den Titel “Zur dicken Wachtel oder Wie man Männer mordet” tragen sollte. Durch eine vorangegangene Produktion kannte ich das Theater im Kino (TiK) in der Rigaer Straße. Das hatte 2021 sein 60-jähriges Jubiläum und war noch auf der Suche nach motivierten Menschen, die dort Theaterprojekte realisieren wollen. Pro Jahrzehnt eine Inszenierung mit typischen Merkmalen der jeweiligen Zeit. Als ich dort die “Wachtel” vorgestellt habe, fiel schnell der Begriff des Altberliner Schmalzstullentheaters, welches in den 80ern auch im TiK gespielt wurde. Daraufhin habe ich viel recherchiert, über die Geschichte dieser Theaterform, über Berliner Chansons, die Berliner Schnauze und so weiter. Das Gute war: Ich musste, damit die “Wachtel” ein Schmalzstullentheater wurde, kaum etwas umschreiben oder verändern. Im Prinzip hatte ich ein Stück für’s Altberliner Dialekttheater geschrieben und es zu Anfang nur noch nicht gewusst.

Een jutet Image hatte dit Schmalzstullentheata ja nie. Für een Jroschen konnte man bei ner Schmalzstulle und ne Jurke een dreschijet Stück kieken. Wie stehts Du dazu, wie siehst Du dit Image?

Je dreckiger das Stück, desto besser, finde ich! Das Schmalzstullentheater lebt von seinem derben Humor, das macht es so einzigartig und wundervoll, eben berlintypisch! Schade finde ich, dass es so in Vergessenheit geraten ist. Im Studium haben wir das Thema “Dialekttheater” nie behandelt.

Kommen wa zum Dialekt. Mit Berlinerisch haste ja bisher wenich zu tun jehabt. Schließlich kommste ja aus Nordeutschland, da spricht man Platt. Woher dit Bedürfnis sich mit dem Berliner Dialekt zu befassen?

In der Produktion “Im Weißen Rössl” im Theater für Niedersachsen, bei der ich 2019 hospitiert habe, gibt es eine Figur eines Berliner Fabrikanten namens Wilhelm Gieseke. Die Rolle hat der Opernsänger Uwe Tobias Hieronimi mit ordentlich Berliner Charme und natürlich im Berliner Dialekt gespielt. Ich glaube, ich habe mich damals in die Berliner Schnauze verliebt.

Für een jeschultet Ohr iss Dein norddeutscher Akzent unübahörbar. Kannste den ooch richtich Platt snakken? Wie stehts mit dem anjestammten Dialekt?

Leider nicht. Meine beiden Omas können das noch, die haben Plattdütsch damals in der Schule gelernt. Aber ich bin leider ein hoffnungsloser Fall.

Kommen wa zur Zukunft. Welche Projekte stehen ins Haus, jibs weitere Stück von Dir uff Berlinerisch?

Momentan arbeite ich ja in Münster als Regieassistent, da stehen immer neue Projekte an. Im Mai kommt ein besonderes Open-Air-Spektakel zur Aufführung: Das an die Freischütz-Erzählung angelehnte Musiktheaterstück “The Black Rider: The Casting of the Magic Bullets”. Außerdem schreibe ich gerade, zusammen mit der Chefdramaturgin des Hauses, ein pädagogisches Stück zum Thema “Enkeltrick”/Trickbetrug am Telefon. Privat stehen verschiedene Projekte an, vielleicht in ferner Zukunft auch mal ein erstes Buch. Dass ich mal wieder ein Stück auf Berlinerisch verfasse, möchte ich nicht ausschließen. Konkrete Pläne habe ich bisher noch nicht.

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3 Kommentare

  1. Angelika Goldlust · · Antworten

    Menn lieba Felix,
    dit find ick dufte!

    Freundlich grüßt!
    Primel Paula

  2. […] hier) und vor kurzem den Autoren von Stück Felix J. Mohr hier uff berlintypisch vorjestellt (link: hier).Die schwarze Komödie um Jastwirtin Waltraud Wachtel kommt nun, nach kurzem Wintaschläfchen, […]

  3. […] junge freie Berliner Theatergruppe um den ebenso jungen Rejisseur und Autoren Felix J. Mohr (link: hier). Nachdem se sich also ordentlich den Wampst voll gehauen haben, wandeln sich die Fruchtfliejen in […]

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