Berliner Küche: Ran an die Buletten

Wat wäre Berlin ohne Buletten. Die plattjedrückten Hackfleeschklopse jehören eenfach dazu und dit lange bevor der Funkturm (1926) stand, die U-Bahn (1902) ihren Betrieb uffnahm und die Currywurscht (1949)  afunden wurde. Die Liste ließe sich noch beliebich valängern, denn laut Historikern iss die Bulette nachweislich schon seit 1806-1813 in Berlin ansässich.

Wat war nu zwischen 1806-1813? Da war der kleene Korse Napoleon mit seenen Truppen inna Stadt und mit ihm kam ooch die Bulette (andere schreibweise BOULETTE=französisch für Kügelchen) nach Berlin. Mag sein, des Hackfleeschbällchen ooch davor schon bekannt waren (janz jenau kann dit ooch keen Historiker sajen), aba dit Wort Bulette/Boulette iss seit diesa Zeit nachweislich im Sprachjebrauch det Berliner Dialekt.

Bulette Seither läßt dit jute Stück die Berliner nich mehr los und stopft sojar uns unsere berüchtigten jroßen Schnauzen und füllt uns die Plauzen. Natürlich jibt et ooch andern Ortes jebratene Fleeschklopse. Doch hat jede Region eijene Namen. Da wir Berliner ja nen weltoffenet Völkchen sind, wajen wa hier ma den Blick übern Tellarand und kieken uns in anderen deutsch-sprachijen Regionen um, wie et da so heeßt:

In Norddeutschland nennt man se „Frikadelle“, „Fleischküchle“ iss in Schwaben und Franken vabreitet, unsere Freunde aus Bayern sajen „Fleischpflanzerl“ dazu. Die südlichen Nachbarn aus Österreich kennen et unter anderen als „Faschiertes Laibchen“, die aus der Schweiz als „Hacktätschli“. Dit iss nur nen kleena Überblick, denn et jibt noch jede Menge andere rejionale Wörter. Sollte sich man een „Auswärtijer“ uff meenen Blog vairren, kann er jerne seene Bezeichnung als Kommentar hintalassen.

Ooch andere Sprachen sollen hier nich unawähnt bleeben. Dit sind natürlich ebenfalls ne janze Masse, daher soll hier mal die Köfte besonders hervorjehoben werden. Die iss nämlich inzwischen in Berlin heimisch jeworden. Mitjebracht haben se vor allem die türkischstämmijen unta uns. Vabreitet iss die Köfte aba in der jesamten orientalischen Küche und nu ooch bei uns. Während die Bulette aus Schweene- oda Rindfleesch zubereitet wird, iss in der Köfte Lamm- oda Rindfleesch. Außadem iss se natürlich anders jewürzt.
Die weltweit bekannteste Variante iss denn wohl unanjefochten der Hamburger, die dünne Form der Bulette, vapackt im Brötchen mit entsprechenden Belejen. Den jibs schließlich ooch bei uns inna Stadt an jeda Ecke. Wo der Name herkommt iss übrijens nicht jeklärt. Hamburch als Namenspate liecht zwar nahe, bewiesen iss dit aba nich.

JERNE KÖNNEN NATÜRLICH OOCH WEITERE REZEPTE HIER ALS KOMMENTA HINTALASSEN WERDEN!

        Berliner_Kueche_Buletten

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3 Kommentare

  1. Also bei uns im südlichen Brandenburg heißen se einfach nur Klopse. Allerdings kommt kenn Senf und keen Majoran nich rein.

  2. Lothar Höfner · · Antwort

    ja hier im aachener raum, in stolberg, rheinland, bin ich als berliner bei freunden bekannt als“bulette“, die dinger heißen hier frikadellen

  3. Chris Kurbjuhn · · Antwort

    In Bad Kösen habe ich mal ganz ausgezeichnete Bouletten gegessen, die hießen allerdings „Bratklopse“ und waren originell mit ordentlich Kümmel gewürzt, was mir hervorragend geschmeckt hat.

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